Nesträuber gesucht, Halle setzt im Kampf gegen Tauben auf neue Strategie

Beitrag von Frank Wilm:

Mein Kommentar zum Bericht der Mitteldeutschen Zeitung vom 27.06.2015, Nesträuber gesucht, Halle setzt im Kampf gegen Tauben auf neue Strategie.

Warum immer gegen die Tauben? Versteht man, was die Tauben eigentlich suchen, dann weiß man auch mit Ihnen entsprechend umzugehen und kann sie in Taubenhäusern auf Dauer ansiedeln. Das Töten der Tauben ist der falsche Weg und hat noch zu keinem längerfristigen Erfolg geführt.

Der Erfolg eines Taubenhauses lässt sich nicht an der Anzahl der getauschten Eier festlegen! Dies wird natürlich gerne als Argument verwendet und es hört sich ja gut an und lässt den Zuhörer auf einen Erfolg schließen 😉

Mit einem Taubenhaus erzielt man nur einen spürbaren und messbaren Erfolg, wenn das Management dahinter stimmt. Das heißt u. a. auch ausgebildetes und pflichtbewusstes Personal einsetzen, die regelmäßige Kontrollen durchführen und den Eiertausch zu 100% betreiben – auch außerhalb des Taubenhauses!

Es nützt gar nichts, wenn ein Taubenhaus in Betrieb genommen wird und man nicht mehr als 90% der Tauben in betroffenen Problemzone darin umgewöhnt. Die restlichen 10% der Tauben, die nach wie vor außerhalb des Taubenhauses brüten, sorgen dann für einen schnellen Anstieg der Population.

Warum?

  • Die 10% finden gutes Futter in dem neuen offenen Taubenhaus und ziehen damit ihre Jungen in den alten umliegenden Brutplätzen umso besser groß
  • Es stehen wieder mehr Nistplätze zur Verfügung, da die anderen 90% im Taubenhaus brüten (können)
  • Nur 10 Tauben (5 Pärchen) können in ca. 6 Wochen 20 Jungtiere ausbrüten und zur Welt bringen (2 Bruten a 17 Tage) und Tauben brüten je nach Bedingungen bis 7 mal im Jahr.
  • Weitere Faktoren wie das Eindringen von natürlichen Feinden (Rabenkrähen, Marder etc) in das Taubenhaus, und dass keine Brut mehr schlüpft, lassen einen Teil der intelligenten Tauben wieder in ihre alten Brutplätze zurückkehren.

Unsere Mail vom 17.6.2015 an das Veterinäramt Halle blieb bis heute unbeantwortet. Wir haben ein geschlossenes Taubenhaus nach dem Regensburger Modell empfohlen und auf die Wichtigkeit eines guten Managements hingewiesen.

Das Team vom Regensburger Modell ist jederzeit gerne bereit, beim Aufbau und Konzept zur Lösung von Stadttaubenproblemen zu unterstützen. Es liegt auch in unserem Sinn, dass die Taubenhäuser – egal ob offene oder geschlossene – überall funktionieren und zu einer artgerechten Stadttauben-Reduktion beitragen.