Lautschrift – Ich sehe was, was du nicht siehst

Beitrag von Florian Müller:

Ausschnitt aus der Ausgabe Lautschrift  vom Januar 2015.

Studentenhaus:  Auf den Dächern der Universität, hoch über dem Campus, leben die Tauben. Denn hier befindet sich die universitätseigene Taubenvoliere. Ein Holzverschlag, der durch einen nach allen Seiten mit Maschendrahtzaun begrenzten Bereich erweitert ist. Erst seit 2012 ist dies das Zuhause der universitären Tauben. Zuvor lebten sie über den Campus verteilt und waren ein echtes Problem, da sie oftmals in unzugänglichen Bereichen nisteten und überall ihren Kot hinterließen. Deshalb suchte man nach einer Lösung.

Und man ersann das Regensburger Modell:
Die Tauben sollten in die Voliere gelockt und somit vom Campus ferngehalten werden. Zu diesem Zweck züchteten Regensburger Biologen eine Locktaubenart, die die freien Tauben im Flug dominieren konnte. Wenn eine Locktaube nun auf einen Schwarm Tauben stößt, dann folgt dieser der Taube in ihr Zuhause, die Voliere auf dem Dach des Studentenhauses. Dort gibt es Nistplätze und Futter für die neuen Tauben, sodass sie sich heimisch fühlen.
Früher lebten auf dem Campus zu Hochzeiten, im Spätsommer, 240 bis 280 Tauben.
Heute sind es 67 in der Voliere. Ihre Zahl wird mit dem Austauschen der Eier durch Attrappen niedrig gehalten. Das bemerken die Taubenmütter nicht. Sie können ihrem normalen Brutzyklus folgen. Auch sonst geht es den Tauben gut, sie haben regelmäßig Ausflug, denn
zurück kommen sie immer. Außerdem stehen ihnen Nahrung und, wenn nötig, sogar tierärztliche Versorgung zur Verfügung. Somit hat es die Universität geschafft, ihr Taubenproblem in den Griff zu bekommen und die Tiere gleichzeitig zu schützen.

Hier finden Sie den Ausschnitt der Ausgabe Lautschrift  vom Januar 2015 als PDF-Datei ( Text: Florian Müller, Fotos: Pia Weishaupt und Johannes Hofmann).